Die Wichern Orgel

Eine Gemeinde baut ihre Orgel selber

Das obligatorische Firmenschild über den Manualen sucht man bei der Wichern-Orgel vergeblich. Beiderseits der Klaviaturen befinden sich die Registerzüge.

Betrachtet man den Spieltisch einer Orgel, so findet sich meistens – an gut sichtbarer Stelle oberhalb der Manuale – ein Schild, das Auskunft gibt über den Erbauer und das Baujahr. An der Orgel der Wichernkirche fehlt dieses Schild. Denn die „Orgelbaufirma“, die hier am Werk war, schuf nur ein einziges Instrument. Und sie bestand aus zwei Mitgliedern der Gemeinde. Karl-Hans Adolph und Johannes Hopp montierten mehrere tausend Einzelteile, welche die Gemeinde 1979 bei der Göttinger Werkstatt Hofbauer gekauft hatte. Den beiden gelang, was in etlichen anderen Gemeinden danebenging: Am Ende ihrer Fleiß- und Präzisionsarbeit stand eine funktionsfähige, wohlklingende Orgel.
Das fand sogar der Orgelbausachverständige der Landeskirche. Und als einzige ihrer Art wurde die Orgel der Wichernkirche offiziell abgenommen.

Bis es dazu kam, sollten 15 Jahre ins Land gehen. So lange mussten sich die Organisten mit einer Notlösung behelfen, einem sogenannten Hochpositiv, das 1964 für die neue Kirche von der Licher Orgelbaufirma Förster & Nicolaus beschafft worden war. Nichts ist dauerhafter als ein Provisorium – obwohl eigentlich von Anfang klar sein mußte, dass dieses Kleininstrument mit seinen vier Registern (Gedackt 8’, Rohrflöte 4’, Prinzipal 2’ und Oktav 1’) nicht in der Lage sein würde, den Raum (trotz idealer Orgelakustik) mit einem vollen Orgelklang zu füllen. Es diente (da kaum für ernsthaftes Literaturspiel zu brauchen) fast ausschließlich der Gemeindebegleitung, wobei an Festtagen stets die Gefahr bestand, dass der Orgelton im kräftigen Gemeindegesang ertrank. (s. Anm. 1) Eine „richtige“ Orgel für die Wichernkirche – dieser Wunsch scheiterte immer wieder an den Finanzen. Und er rückte in den späten 60er und frühen 70er Jahren in immer weitere Ferne, denn mit dem kräftigen Anstieg der Löhne in dieser Zeit stiegen die Preise im arbeitsintensiven Orgelbau rasant. 1979, als sich der Kirchenvorstand zum Orgelkauf entschloss, hätte eine Orgel der jetzigen Größe, aus gutem Material mit Sorgfalt von einer Meisterwerkstätte erstellt, etwa 150.000 Mark gekostet. Heute (2011) müsste man übrigens 280.000 bis 300.000 Euro in den Bau eines solchen Instrumentes investieren. Doch schon damals schien eine neue, dem Raum angemessene Orgel unerschwinglich.

Eine Geschäftsidee und die Folgen

Blick in die Spielmechanik des I. Manuals. Die senkrechten Drähte, die sog. Abzüge, Verbinden die Tastenarme mit den Ventilen, über denen die Pfeifen stehen.

Da hatte der Göttinger Orgelbauer Hofbauer eine Geschäftsidee. Normalerweise handelt es sich bei jeder Orgel, die für eine Kirche gebaut wird, um ein in (nahezu) sämtlichen Teilen individuell gefertigtes Einzelstück. Hofbauer hingegen entwickelte ein Baukastensystem mit weitgehend standardisierten Maßen für Windladen, Spielmechanik und Pfeifenwerk. Er ließ die Teile – übrigens in durchaus hoher Qualität – von Zulieferern fertigen. Die arbeitsintensiven Schritte, wie z.B. den Zusammenbau und das Einregulieren der gesamten Spielmechanik mit ihren vielen tausend beweglichen Gliedern aus Holz und Aluminium, sollte dann der Käufer übernehmen. Daraus resultierte ein wesentlicher Preisvorteil.

Der Haken an der Sache: Diese Arbeiten, die bisweilen gelernten Orgelbauern nicht leicht von der Hand gehen, waren von Laien, möglicherweise noch ohne Erfahrung in der Metall- und Holzbearbeitung, eigentlich nicht zu leisten. So wandten sich viele Käufer, entnervt von Anweisungen in der Bauanleitung wie „Die Registerzugstangen, die durch die Gabelköpfe mit den Registerwellen verbunden sind, werden durch das Lösen der Stellringe abmontiert,“ an die Lieferfirma. Deren Monteure rückten dann an, um das Instrument zu vollenden. Der scheinbare Preisvorteil war dahin.

Das Wichern-Team kriegt’s hin

Nicht so in der Wicherngemeinde. Denn der Lok-Betriebsinspektor Karl Hans Adolph hatte den Umgang mit kniffliger Feinmechanik gelernt. Und wer den Wartungsplan ganzer Dampflokomotiven im Kopf hat, kommt auch mit der Konstruktionszeichnung einer Koppelmechanik klar. Schreinermeister Johannes Hopp hatte keine Probleme, die Holzrahmen und Füllungen rund um das Stahl-Grundgerüst zu einem stabilen Gehäuse zu montieren.

Beide fuhren im Sommer 1979 mit einem Lieferwagen nach Göttingen, um die Teile in der Werkstatt Hofbauer abzuholen, in der Brieftasche den Scheck über 56.000 Mark für die neue Wichern-Orgel.

Drei Wochen später, nach rund 600 Stunden Arbeit, stand sie da – und alles funktionierte. Ende August waren aus der Wichernkirche die ersten neuen Orgeltöne zu hören. Dazu ließ die Gemeinde dann doch einen Fachmann aus Göttingen anrücken. (s. Anm. 2) Denn die endgültige Feinabstimmung jeder einzelnen der 684 Orgelpfeifen in Lautstärke und Klangkraft auf die akustischen Bedingungen des umgebenden Raums, die sogenannte Intonation, ist Spezialistenarbeit. Sie erfordert höchste Musikalität, viel handwerkliches „Geheimwissen“ und langjährige Erfahrung. Der Intonateur der Wichern-Orgel erkannte sofort, dass auch die neue Orgel mit ihren 12 Registern nicht in der Lage sein würde, den Raum zu „füllen“. Denn eigentlich hatte Hofbauer seine Instrumente für private Musikliebhaber konzipiert, denen der Klang der damals aufkommenden elektronischen Hausorgeln zu unbefriedigend und eine Pfeifen-Hausorgel zu teuer war. An den Einbau solcher Orgeln in Kirchen war ursprünglich nicht gedacht. Denn die Klangleistung der Pfeifen, weitgehend festgelegt durch die Durchmesser, die sogenannte „Mensur“, war eher auf ein Wohnzimmer als auf eine Kirche mit einigen tausend Kubikmetern Raumvolumen ausgelegt.

Das hintere Gehäuse entzieht sich dem Blick des Betrachters. Es enthält die Pfeifen des II. Manuals. Deutlich sind die unterschiedlichen Bauformen der offenen und der gedeckten Pfeifen zu erkennen.

Die Schauseite der Orgel, der sogenannte Prospekt. Unmittelbar über der Spielanlage sind die Pfeifen des I. Manuals in sogenannter Harfenform aufgestellt. In der vorderen Reihe stehen die Pfeifen des Registers Regal 8’.

Lieber schön als laut

Deshalb verzichtete der Intonateur in der Wichernkirche darauf, Das Klangvolumen der Pfeifen zu forcieren und auszureizen. So entstand ein kammermusikalisch dezentes, freundliches Klangbild. Es ist hell, aber nicht grell. Alle Register verschmelzen zu einem Gesamtklang, der voll, aber nicht brutal wirkt. Das fand auch der Sachverständige der EKHN, der sich ebenso erstaunt wie anerkennend zeigte über die zuvor mit leichter Skepsis beäugte Arbeit der beiden „Wichern-Orgelbauer“. Denn auch andere Gemeinden hatten geglaubt, die Technik-Freaks der Jugendgruppe könnten „mal eben so“ eine Orgel zusammenbauen und ebenfalls Orgelteile aus Göttingen geordert. Das führte dazu, dass die Landeskirche ihren Gemeinden wenige Monate nach der Weihe der Wichern-Orgel (s. Anm. 3) den Kauf solcher Bausätze verbot. Und der Orgelbauer soll seinen beiden „Kollegen“ aus der Wicherngemeinde hinter vorgehaltener Hand verraten haben, ihre Orgel sei die einzige, die ohne seine „technische Amtshilfe“zustande gekommen sei.

Seit 30 Jahren „unkaputtbar“ und tropentauglich

Seit mehr als 30 Jahren bereichert die kleine Orgel „made in Wichern“ nun die Gottesdienste der Gemeinde. Und sie funktioniert absolut zuverlässig. Das zeigte sich im Sommer 2008, als ein Ereignis eintrat, das mancher anderen Orgel aus den 70er Jahren den Todesstoß versetzt hätte. Ein Ventil der Fernheizung versagte und der Kirchenraum heizte sich ungehindert immer weiter auf. Da während der Woche keine Gottesdienste stattfanden, zudem Küster, Pfarrer und Kantor in Urlaub waren, blieb der Schaden einige Tage lang unbemerkt. Als die Gemeindesekretärin das Desaster entdeckte, herrschten im Kirchenraum 70 Grad. Die großen Altarkerzen waren geschmolzen.

Der Autor dieser Zeilen kam Samstags aus dem Urlaub und sollte Sonntags wieder Orgeldienst versehen. In der Mailbox fand ich die Katastrophenmeldung und eilte sofort in die Kirche, (in der immer noch deutlich mehr als 30 Grad herrschten) um das Ausmaß des erwarteten Schadens festzustellen. Illusionslos schaltete ich den Motor ein, bewegte die Registerzüge, griff einige Akkorde. Alles funktionierte, alles klang. Und bis zum Sonntagmorgen hatte sich auch die etwas durcheinandergeratene Stimmung weitgehend geglättet. Während die Gottesdienstbesucher die unförmigen weißen Wachsklumpen bestaunten, die einmal die Altarkerzen gewesen waren, bemerkten sie nicht einmal, dass die Orgel die größte Tortur ihrer Lebensgeschichte überstanden hatte – klaglos und schadlos.

Als ich dem Orgelbauer, der jährlich zur Wartung kommt, von der Beinahe-Katastrophe berichtete, meinte er lapidar: „Tja, die ist eben unkaputtbar.“ Und ich ergänzte: „Die Klimakatastrophe kann kommen. Unsere Orgel jedenfalls ist tropentauglich.“

Ein Stück Gemeinde-Identität

Kein Zweifel: Die Wichern-Orgel ist ein wichtiges Stück Gemeinde-Identität. Große Fotos vom Zusammenbau hängen unter der Orgelempore. Sie sind Ausdruck eines gewissen Stolzes, den die Gemeinde über ihre Orgel und deren Erbauer hegt. Und das ist durchaus berechtigt – angesichts der Tatsache, dass alle ähnlichen Projekte scheiterten, die wenigen fertig gewordenen Instrumente nie technisch oder musikalisch befriedigten und nach wenigen Jahren ersetzt werden mussten.

Farbiger Klang aus 12 Registern

Wie bereits erwähnt, achtete der Intonateur der Wichern-Orgel auf einen verschmelzungsfähigen Klang.
Dem Organisten stehen nur 12 Klangfarben in unterschiedlichen Tonhöhen zur Verfügung:

Manual I, vorderes Werk im Harfengehäuse
Holzgedackt 8’
Rohrflöte 4’
Spitzflöte 2′
Terz (ab c1) 1 3/5′
Regal 8′
Manual II, hinteres Werk, quasi Hauptwerk
Metallgedackt 8’
Prinzipal 4’
Quinte (ab c1) 2 2/3’
Oktave 2’
Mixtur 2-3 fach
Pedal
Pommer 16′
Choralbaß 4′
Koppeln
Manual II an Manual I
Manual I an Pedal
Manual II an Pedal

Diese relativ bescheidene Disposition ermöglicht ein erstaunlich abwechslungsreiches und farbiges Spiel. So lässt sich eine Choralmelodie, der sog. „cantus firmus“ (abgekürzt: c.f.), in allen drei Teilwerken der Orgel herausarbeiten, sogar im Pedal, dem mit nur zwei Registern am schwächsten besetzten Werk. Denn der Choralbaß 4’ klingt ungemein voll und rund, so dass er sich gegen die Flötenstimmen der Manualwerke behaupten kann.

Auch Quinte und Terz, die beiden sog. „Aliquoten“ der Orgel, bilden auf der Grundlage der 8’-Stimmen klar konturierte, plastische für das solistische Spiel. Daß sie nur als Halbregister ausgebaut sind (sie erklingen erst ab c1), erweist sich als Vorteil. Denn so können linke Hand und Pedal im Baßbereich der Klaviaturen Begleitstimmen spielen, während die rechte Hand im Diskant den c.f. führt.

Besondere Qualitäten weist auch das einzige 16’-Register der Orgel auf, der Pommer im Pedal. Im Gegensatz zur üblichen Praxis, solche großen Baßregister aus Holz zu bauen, ist er in unserer Orgel aus Metall. Dadurch wird er klarer, ohne an Substanz zu verlieren. Die gute Akustik des Raumes trägt dazu bei, dass der Gesamtklang der Orgel, das sog. „Plenum“, auf einem tragfähigen Baßfundament steht.

Die größten Pfeifen der Orgel gehören zum Register Pommer 16’ des Pedals und sind zu einem sog. „Pedalturm“ zusammengefasst. Das tiefe C misst 2,64 m.

Ein besonderer Farbtupfer: das Regal 8’

Damit c.f.-Spiel auch in Tenor-oder Baßlage möglich ist, verfügt die Orgel über ein sog. „Zungenregister“, das Regal 8’ im I. Manual. Im Klangbild der Wichern-Orgel setzt es einen besonderen Farbakzent. Ursache dafür ist die besondere Art der Klangerzeugung. Üblicherweise bilden Orgelpfeifen den Ton nach dem Prinzip der Flöte. D.h. ein Luftband aus dem Pfeifenfuß (der Orgelbauer spricht von „Wind“) streicht am Pfeifenmund entlang und bringt die vom Pfeifenkörper umschlossene Luftsäule zum Schwingen.

Pfeifen des RegistersRegal 8’. In den Pfeifenfüßen, den Stiefeln, ist die schwingende Zunge verborgen. Die Stimmkrücke ist durch das Verschlußstück der Stiefel, die sog. Nuß, durchgeführt. Auf der Nuß sitzt der Schallbecher.

Beim Regal wird der Klang von einer schwingenden Zunge aus Messingbronze erzeugt. Die Länge der Schwingung, damit die Tonhöhe, wird mit der Stimmkrücke reguliert. Die gesamte Klangerzeugung steckt in einer Metallhülse, dem sog. Stiefel, der für diese Aufnahme entfernt wurde.

Ton d0 des Regals 8’. Zum Größenvergleich liegt ein aufgeschlagenes Gesangbuch daneben. Deutlich sind die verschiedenen Bauteile der Pfeife zu erkennen: Stiefel, Nuß und Schallbecher. Neben dem Schallbecher ragt die Stimmkrücke aus der Nuß.

Zungenregister hingegen funktionieren nach dem von der Mundharmonika bekannten Prinzip. Eine in einer Kapsel (dem sog. Stiefel) eingeschlossene Metallzunge wird vom Wind zum Schwingen gebracht. Der aufgesetzte Resonanzkörper dient lediglich der Klangveredelung. Das Regal bringt in den ruhigen Flötenklang eine metallische, schnarrende Komponente.

Bei den nach dem Flötenprinzip gebauten Registern der Orgel (den sog. „Labialen“) bestimmt die Länge des Pfeifenkörpers die Tonhöhe, beim Regal ist dafür die Länge der (erheblich kleineren) schwingenden Metallzunge verantwortlich. Es ist bauartbedingt erheblich anfälliger gegen Verstimmung. Vor jedem Einsatz muß es „beigestimmt“ werden. Deshalb steht es in der Wichern-Orgel auf dem vorderen Pfeifenstock unmittelbar über den Klaviaturen. Es bildet die Schauseite der Orgel, den sog. „Prospekt“. Der Organist kann – am Spielschrank sitzend ohne weitere Assistenz – das Register beistimmen, indem er die aus dem Stiefel ragende Stimmkrücke (eine oben abgewinkelte Metallstange, die die Zunge fixiert) durch leichte Schläge mit dem Stimmeisen in die richtige Position bringt.

Das ist – vor allem in den Zeiten schwankender Raumteperatur – vor jedem Gottesdienst nötig. Und wenn sich die Kirche durch die Körperwärme und die Atemluft zahlreicher Gottesdienstteilnehmer allmählich um ein halbes oder ganzes Grad aufheizt, ist das Regal gegen Ende der Feier schon wieder zu tief …

Das ist allerdings kein spezifischer Mangel unserer Orgel, sondern ist bei allen Regalen in diesem Universum so (Bücherregale ausgenommen).

Ein Kind des Zeitgeistes

Natürlich ist die Wichern-Orgel auch ein Kind des Zeitgeistes. Und der war in den auslaufenden 70ern geprägt von einem Klangideal, das sich an den Orgeln des Barock orientierte. Zwischen den Weltkriegen entdeckten die Organisten, die damals überwiegend sehr grundtönige, voluminöse Orgeln der Spätromantik spielten, den klanglichen Reiz heller, durchsichtiger Barockinstrumente. Bis in die 80er Jahre des 20. Jh. sollte diese Ästhetik den Bau neuer Orgeln prägen. Man nennt diese Renaissance barocker Klang- und Bauprinzipien im Orgelbau die „Orgelbewegung“. Sie hatte unbestrittene Verdienste. Die Wichern Orgel verdankt ihr ihre freundliche, ansprechende Klanggestalt und ihr ungemein haltbares technisches Konzept. Aber sie erlag auch Irrtümern. Ein Irrtum war, das Plenum der Manuale auf einem Basisprinzipal 4’ aufzubauen – wie in der Wichernorgel und unzähligen Schwestern dieser Zeit. In eher kleinen Kirchen mochte das aufgehen. Die Wichernkirche hingegen zählt bereits zu den mittelgroßen Sakralbauten. Eigentlich müsste das Hauptwerk der Orgel, das II. Manual, einen Prinzipal 8’ enthalten. Denn er gibt – vor allem beim Choralbegleiten – dem Gesamtklang Fülle, Rundung und Tragfähigkeit. Die Orgel wird dabei vom Sänger subjektiv nicht als „lauter“ empfunden. Aber er fühlt sich beim Singen besser getragen. Nach heutigem Erkenntnisstand würde die Disposition einer neuen Orgel für die Wichernkirche auf jeden Fall einen Prinzipal 8’ aufweisen.

Diesem kleinen Handicap zum Trotz sitze ich sonntags gern an dieser Orgel und bringe sie zum Klingen – für eine Gemeinde, die das ganz offensichtlich zu schätzen weiß. Ich hoffe, ich darf das noch lange tun. Und vielleicht finden sich ja irgendwann ambitionierte Hobby-Orgelbauer vom Kaliber Karl-Hans Adolph und Johannes Hopp, die die Gemeinde und mich mit einem schönen, singenden Prinzipal 8’ beschenken …

Michael Klein

Anmerkungen:
(1) Das Positiv wurde nach der Indienststellung der neuen Orgel im Gemeindesaal der Wicherngemeinde aufgestellt. Dort steht es heute noch im Probenraum des Kirchenchores. Da der Saal von Januar bis März als „Winterkirche“ benutzt wird, fand es in diesen Gottesdiensten Verwendung. 2006 beschaffte die Gemeinde zu diesem Zweck eine Digitalorgel mit 2 Manualen und 24 Registern. Seither wird das Positiv nur noch als Probeninstrument genutzt.
(2) Es handelt sich wohl um den in mehreren Quellen ohne Bezeichnung seiner Funktion genannten Michael Landmesser.
(3) Die Orgelweihe fand am 30. September 1979 statt. Festprediger war ein ehemaliger Vikar der Gemeinde, Studiendirektor Christian Zippert aus Hofgeismar. Er wurde später Bischof der Ev. Kirche von Kurhessen und Waldeck. Der damalige Organist der Wicherngemeinde, Horst Tippmann, spielte das Positiv letztmalig im Gottesdienst, dann stellte Prof. Gottlob Ritter, Kantor der Gießener Johanneskirche, der Gemeinde die neue Orgel vor. (Quelle: Gießener Allgemeine vom 01.10.1979)

Comments are closed.